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„Friesische Freiheit“ an der Klosterstätte

Farbenprächtiges Freilichttheater-Spektakel in besonderer Kulisse

 Im Sommer 2026 wird die Klosterstätte Ihlow zur lebendigen Bühne: Mit „Friesische Freiheit“, eine Inszenierung der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Ostfriesischer Volkstheater, erwartet Besucher ein außergewöhnliches Freilichttheater-Erlebnis direkt an einem geschichtsträchtigen Ort. Es sind 16 Aufführungen vom 24. Juli bis 14. August 2026 geplant, dazu entsteht an den Spieltagen ein mittelalterlicher Markt, der auch ohne Theaterkarte zugänglich ist. 

Im Zentrum des Theaterstücks stehen die „Freien Friesen”: Im Mittelalter bis ins 14. Jahrhundert stellte die „Friesische Freiheit“ eine besondere Gesellschaftsform dar, die sich deutlich vom feudalen System im übrigen Europa unterschied. Sie basierte auf dem Zusammenschluss eigenständiger Landesgemeinden entlang der friesischen Küste, vom Nordwesten der Niederlande über Ostfriesland bis hinauf nördlich von Bremerhaven. Die „Freiheit“ wurde von den „Redjeven”, den Richtern aus der Gruppe der wohlhabenden Bauern, repräsentiert. Diese gewählten Vertreter kamen regelmäßig am Upstalsboom in Rahe bei Aurich zusammen. 

Ihlow-Kloster-Theater-Friesische-Freiheit-Holzbalken

Die Klosterstätte spielt für die Handlung eine zentrale Rolle: Im Mittelalter war das Kloster Ihlow das wohlhabendste seiner Art und diente den einflussreichen Häuptlingsfamilien und später auch Fürsten – darunter tom Brok und Cirksena – als eine Art Schatzkammer. Wertvolle Dokumente, die für die Rechtssicherheit und Ordnung der Friesen von Bedeutung waren, wurden dort verwahrt. Die Handlung setzt in der Spätphase der „Friesischen Freiheit” ein und fokussiert den Einfluss mächtiger Häuptlingsfamilien wie Keno tom Brok I., der auch als Hauptcharakter gezeigt wird. Das Stück thematisiert, wie eine Gesellschaft zusammenhält und ihre Freiheit verteidigt – ein Thema, das auch in der Gegenwart aktuell ist. 

Rund 100 Darsteller gestalten das Projekt:  Schauspieler von vielen der ostfriesischen Bühnen sowie Musiker, Reiter und Chorsänger sind unter anderem aktiv. Letztgenannte sorgen beispielsweise mit gregorianischen Gesängen für besondere musikalische Akzente. Der Aufwand für Bühne, Technik und Zuschauerbereich ist groß: So verwandeln sich Container durch die entsprechende „Verkleidung“ in steinerne Klosterhäuser – und es wird eine Tribüne für über 1000 Besucher errichtet.  

Regisseur der Inszenierung ist René Schack. Marina Bohlen, Vorsitzende der Arge, übernimmt die Rolle der Erzählerin. Das Stück wurde von Erhard Brüchert geschrieben, der seit vielen Jahren das ostfriesische Freilichttheater maßgeblich gestaltet. Für den ersten Akt, in dem die Zeit vor 1220 und die Suche der Zisterziensermönche nach einem neuen Klosterstandort im Mittelpunkt stehen, ist Klostervereinsvorsitzender Bernhard Buttjer verantwortlich.  

Zahlreiche Helfer aus Vereinen und der Gemeinde unterstützen das Projekt. Die Auswahl des Spielorts unterstreicht die Bedeutung des Klosters Ihlow, das einst ein geistiges und politisches Zentrum Ostfrieslands war. Das Stück wird mitten an dieser sensiblen historischen Stätte gezeigt, mit intensiven Vorbereitungen und in enger Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, um den Schutz, die Besucherlenkung und logistischen Ablauf zu gewährleisten. 

Weitere Informationen, auch zu den Aufführungsterminen, gibt es im Internet unter: arge-ov.de